Perfekte Verwendung

Was es bei einer medizinischen Maske zu beachten gibt

Vom 27. Januar 2020 bis heute hat sich einiges getan. An diesem Datum wurde im Münchner Tropeninstitut der erste Patient von Frau Dr. Camilla Rothe positiv auf Covid-19 getestet. Nicht viel später wurde die Gesichtsmaske ein schützender Begleiter im Alltag. Vor allem in Situationen, in denen Abstand nicht eingehalten werden konnte, konnte sie zahlreiche Menschen vor einem Virus schützen. Trotz neuer Regelungen und diverser Veränderungen ist zu beobachten, dass Masken nicht korrekt getragen werden. 

Neueste Studien des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen präsentieren folgende Beobachtungen zu Schutz und Wirksamkeit von Masken: 

Beim korrekten Tragen einer FFP2-, N95- oder KN95 Maske liegt die Ansteckungsgefahr bei einem Promille (0,1 Prozent), wenn sich ein Infizierter und ein gesunder Mensch in einem Innenraum für 20 min auf kurzer Distanz begegnen. Bei einer schlecht sitzenden Maske hingegen liegt die Ansteckungsgefahr bei rund 4 Prozent. Das ist eine Steigerung der Ansteckungsgefahr um 40 Prozent! Durch Faktoren wie Partikelgröße, Physik beim Ausatmen, diverse Maskentypen und Risiko des Einatmens von Coronaviren konnten die Forscher das Infektionsrisiko berechnen. Aber wie trägt man die Maske richtig? 

Diese Regeln müssen beim Tragen einer FFP2-Maske eingehalten werden:

  • Vor dem Auspacken: Hände mindestens 20 Sekunden gründlich waschen oder desinfizieren
  • Niemals ins Maskeninnere fassen, möglichst nur die Bänder berühren
  • Maske vollständig entfalten und Nasenbügel vorformen
  • Beginnend am Kinn die Maske mit der einen Hand platzieren
  • Mit der anderen Hand Haltebänder über den Kopf ziehen(oberes Band über die Ohren, das untere unter die Ohren in den Nacken)
  • Die Bänder nicht verdrehen, sie sollten flach anliegen
  • Sitz der Maske oben und unten anpassen, gegebenenfalls verstellbare Bänder nachjustieren 
  • Wichtig: Der Nasenbügel muss der Nasenform angepasst werden: Ein Finger drückt den Bügel auf die Nasen, Daumen und Zeigefinger der anderen Hand formen ihn um den Nasenrücken herum
  • Kontrolle: Bei korrektem Sitz der Maske bläst sie sich diese beim Ausatmen auf und zieht sich beim Einatmen zusammen, wenn dies nicht der Fall sein sollte oder ein Luftzug spürbar ist, dringend nachjustieren
  • Beim Abnehmen: Nur die Haltebänder anfassen

Worauf muss ich beim Kauf einer FFP2-Maske achten?

Die CE Kennzeichnung ist wohl der wichtigste Bestandteil einer zertifizierten Maske. Sie besteht aus dem CE und einer vierstelligen Kennnummer, die der Prüfstelle zugeordnet ist. In Deutschland ist eine Prüfstelle beispielsweise die DEKRA, das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) oder die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Auf der Webseite der EU-Kommission kann eine solche Prüfnummer kontrolliert und zugeordnet werden. Außerdem ist zu beachten, dass eine Norm zur Zertifizierung aufgedruckt ist. Ergänzt werden diese Aspekte durch einen Aufdruck des Herstellers oder die Produktbezeichnung. Auch Masken der Art N95 oder KN95 sind den gleichen Vorgaben unterworfen und unterscheiden sich lediglich im Herstellungsland. Ist zusätzlich zur Produktbezeichnung durch N95 oder KN95 die FFP2 Kennzeichnung bedruckt, wurde diese Maske doppelt geprüft und kann wie die deutsche Variante bedenkenlos getragen werden.  

Vorsicht: Filter sind bei dieser Art der Maske ein No-Go. Denn bei diesen wird die Luft ausschließlich beim Einatmen gefiltert. Beim Ausstoß unserer Atemluft wird diese nicht mehr gefiltert und unsere Mitmenschen können nicht mehr geschützt werden. 

Achtung vor CPA Ware! 

Die Corona-Pandemie Atemschutzmasken erfüllen theoretisch den Masken-Standard der FFP2-Masken – beschreiten aber nicht denselben Zertifizierungsprozess wie herkömmliche Masken. Ihren Platz auf dem Markt fand diese Art der Maske zur Zeit der Masken-Knappheit im Jahr 2020. Die Regierungen waren gezwungen, schnellstmöglich zu handeln und verkürzte kurzerhand die Prüfzeit für Masken in diesem Zertifizierungsbereich. Diese Chance nutze so manche Firma und stellte “minderwertige” FFP2-Masken her, die sich leider noch immer im Umlauf befinden, aber lange nicht so gut schützen wie eine herkömmliche bzw. zertifizierte FFP2-Maske. Durch einen stichprobenartigen Kauf einer solchen Maske fand das ZDF-Magazin WISO heraus, dass besagte Maske nur 37 Prozent der Aerosole filterte. Wobei zertifizierte FFP2-Masken nahezu 95 Prozent der Aerosole filtern und richtig getragen dem größtmöglichen Schutz für Träger und seinem Gegenüber entspricht. 

Bei der Nutzung von Masken ist stets darauf zu achten, dass diese gleichmäßig eng anliegen muss, jedoch nicht drücken und weiterhin keine Luftströme aus oder in die Maske gehen sollten. Der Träger sollte einen moderat erhöhten Atemwiderstand spüren und beim Ausatmen einen spürbaren Überdruck in der Maske bilden können. Eine Herausforderung stellt das Tragen eines Bartes dar, wobei man allerdings nicht nur von einem Vollbart spricht. Selbst Bartstoppel und feine 3-Tage Bärte sorgen für Luftdurchlässigkeit bei Maskenträgern. Auch ist es wichtig die Maske sachgerecht zu lagern, dass bedeutet die Maske nicht in Hose oder Handtasche zu stopfen und des Weiteren auch nicht in Armbeuge oder Handgelenk schieben. Wenn man die Hygiene missachtet, besteht die Gefahr sich über die Maske angehefteten Bakterien und Viren zu infizieren.

Wie lange kann ich die Maske tragen?

Die Behauptung einiger Personen besteht darin, die Maske nach jeden Tragen sofort erneuern zu müssen bzw. die Maske durch eine neue zu tauschen. Infektiologen zweifeln aber an der Praxistauglichkeit, da die Maske häufig lediglich für eine kurze Dauer beim Lebensmittel kaufen genutzt wird.

Allgemein empfiehlt das RKI eine maximale Tragedauer von 75 Minuten, danach eine 30-minütige Pause. Insgesamt schreibt es eine Tragedauer von ungefähr acht Stunden aus. 

Zudem ist zu beachten, dass eine Maske gewechselt werden sollte, sobald sie feucht ist. Denn mit zunehmender Feuchte lässt auch die Filterwirkung nach. Für den Praxisbezug bedeutet dies, dass nach dem Husten oder Niesen die Tröpfchen in die Maske geschleudert werden. Dadurch wird die Maske feucht und die Filterleistung für die tragende Person als auch das direkte Umfeld verringert.

In den Medien wird immer wieder dazu geraten, die Maske nach einer unter Beobachtung gemessenen Tragezeit von acht Stunden im Backofen “desinfizieren” zu können. Dies eignet sich jedoch in den wenigsten Fällen. Der Grund dafür liegt darin, dass es etwa genau 80 °C sein müssten. Gibt es eine Abweichung, ist die Effektivität nicht gewährleistet. Sollte der Backofen beispielsweise keine absolut korrekte Grad-Zahl darstellen, kann die Maske bzw. der Träger negative Konsequenzen erleiden. Denn bei schon 90 °C wird die Maske unbrauchbar. Bei 70 °C werden Viren nicht vollständig abgetötet und die Maske könnte eigentlich nicht wiederverwendet werden. Eine Temperaturkontrolle durch externe Geräte wäre möglich, durch geeichte Backofenthermometer.

Gerne stehen Ihnen unsere Mitarbeiter bei etwaigen Fragen betreffend unserer persönlichen Schutzausrüstung (PSA) zur Seite.