Ein transparenter Vergleich

Die Vorteile von Nitrilhandschuhen gegenüber Latex- und Vinylhandschuhen

Als Hersteller von lebenswichtiger PSA wie OP- oder FFP-Masken made in Germany nehmen wir nun den Nitrilhandschuh als einen weiteren Teil der medizinischen PSA in unserem Sortiment auf. Wir möchten in diesem Zuge genaue Aufklärung darüber leisten, auf welche Qualitätsmerkmale bei der Entscheidung für oder gegen einen solchen Einmalhandschuh zu achten sind. Darüber hinaus ist es uns ein Anliegen, neben den Qualitätsmerkmalen über die Unterschiede zwischen verschiedenen Handschuharten genau zu erläutern.

Was steckt hinter Nitril?

Der chemische Baustoff hinter Nitril nennt sich Acrylnitril-Butadien-Kautschuk. Dieser ist auch bekannt unter dem Kürzel “NBR” (ein Akronym aus dem Englischen “Nitrile Butadiene Rubber”). Auf chemischer Ebene sprechen wir von miteinander vernetzten Polymermolekülen aus Acrylnitril und 1,3-Butadien, welche dann als Elastomer zur Untergruppe der Kunststoffe zählt.  

Nitril ist ein synthetischer Kautschuk, der zwar im Wesentlichen die gleichen Eigenschaften wie ein Kunststoff besitzt. Jedoch ist es als Alternative für Allergiker frei von Latexproteinen, hat eine hohe Beständigkeit gegenüber Chemikalien, Ölen und Fetten und verfügt auch über Schutz gegen Lösungsmittel, Viren und Keimen. Ferner passt sich der Nitrilhandschuh jeglicher Handform ausgezeichnet an.

Grundsätzlich können Einmalhandschuhe in drei verschiedene Arten kategorisiert werden. Durch produktbasierte Vor- und Nachteile qualifizieren sich die drei verschiedenen Handschuhtypen natürlich für differenzierte Arbeitsbereiche. Wir bieten ausnahmslos die modernen Nitrilhandschuhe für eine sichere Anwendung an. Trotzdem sehen wir es als unsere Pflicht an, über alle drei Arten aufzuklären.


Was ist der Unterschied zwischen Latexhandschuhen, Vinylhandschuhen und Nitrilhandschuhen?

  • Der Latexhandschuh Der bis vor kurzem noch klassische Einmalhandschuh wird heutzutage nur noch in der puderfreien Variante genutzt. Seit 1997 gilt die rechtsverbindliche Austauschpflicht von gepuderten Naturlatexprodukten gegen ungepuderte, allergenarme Naturlatexhandschuhe mit einem Allergengehalt unter 30 µg/g Handschuhmaterial oder Handschuhe aus anderem geeignetem Material. Während die Puderung für das reibungslose an- und ablegen des Handschuhs gesorgt und diese somit weniger an der Haut des Trägers für mehr Tragekomfort gehaftet hat, wurden diese rechtsverbindlich für PSA aus dem Verkehr genommen. Aufgrund der 8. Gerätesicherheitsverordnung sind medizinische Handschuhe und Fingerlinge ein Artikel der PSA und dürfen daher laut Gefahrenstoffverordnung (GefStoffV) und des Chemiekaliengesetzes (ChemG) wegen Primär- und Sekundärprevention nicht mehr genutzt werden. Während die Variante mit Puderung für das reibungslose An- und Ablegen des Handschuhs sorgt und somit weniger an der Haut des Trägers haftet, begünstigt die Puderung die Aufnahme von Latexproteinen. Diese wiederum können eine Allergie oder sehr starke, allergische Kontaktreaktionen bei dem ein oder anderen Menschen hervorrufen. Ein Verbot dieser Variante macht für das Wohl von Träger und Patienten absolut Sinn und war ein sehr sinnvoller Schritt. Genauere Informationen finden sich in der Leitlinie der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) :“Anforderungen an Handschuhe zur Infektionsprophylaxe im Gesundheitswesen”.
  • Der Vinylhandschuh Das Grundmaterial dieser Handschuhart wird aus Polyvinylchlorid (PVC) unter der Zugabe von Weichmachern formbar und elastisch gemacht. Von den drei Handschuharten ist dies die kostengünstigste Variante. Die Weichmacher sorgen für eine erhöhte Dehnbarkeit des PVCs. Da diese Art der Handschuhe leicht reißen kann, eignet sich diese Handschuhart primär für den Einsatz bei (sehr) niedrigen Risikogebieten. Die verwendeten Weichmacher bei der Produktion können teilweise herausgelöst werden, wodurch der Einsatz beispielsweise bei fettenden Lebensmitteln mit Vorsicht zu genießen ist, da eine Verunreinigung der bearbeiteten Nahrungsmitteln möglich ist.
  • Der Nitrilhandschuh Diese moderne Variante aus Synthetikkautschuk verfügt über eine gute Dehnbarkeit (bis zu 600%), passt sich sehr gut der Handform an, sorgt beim Träger für eine gute Griffigkeit und ist frei von jeglichen Latexproteinen. Ohne diese Proteine sind allergische Reaktionen durch Handschuhe sowohl bei Träger als auch bei Patienten ausgeschlossen. Daher kommt es nicht zu Asthma, Juckreiz, Ekzemen oder anderen Nebenwirkungen, die bei Latexhandschuhen auftreten können. Darüber hinaus sind keine Weichmacher wie im Vinylhandschuh enthalten. Nitrilhandschuhe bieten zudem eine ausgezeichnete Reißfestigkeit, bieten Schutz gegen Lösungsmittel, Chemikalien, Viren und Keime und haben eine hohe Beständigkeit gegenüber Fetten und Ölen. Des Weiteren entsteht im Handschuh kein Wärmestau mehr, was das Schwitzen der Hände verhindert und das Tragen komfortabler macht. Auch passen sich Nitrilhandschuhe durch ihre Elastizität perfekt der Hand des Trägers an und gewährleistet dem Träger einen angenehmen Tragekomfort während der Arbeit, bei dem ein hohes Tastempfinden wichtig ist. Produziert wird der Handschuh in zwei Varianten: mit und ohne Puderung.Wir bieten diesen modernen Handschuh ausnahmslos ohne Puderung an. Selbstverständlich möchten wir umfassend und transparent über beide Varianten aufklären.

Was sind die Vor- & Nachteile von Nitrilhandschuhen?

Nitrilhandschuhe gibt es mit und ohne Puderung. Die wichtigsten Vor- und Nachteile von Nitrilhandschuhen mit Puderung im Inneren sind:

  • Einfaches Anlegen auch bei nassen oder feuchten Händen
  • Etwaige Atemweg- und Schleimhautreizung (sollte der Puder eingeatmet werden)
  • Verbot des Gebrauchs in der Lebensmittelindustrie 
  • Rückstände auf der Kleidung durch Puder 

Die wichtigsten Vor- und Nachteile von Nitrilhandschuhen ohne Puderung im Inneren sind:

  • Hautfreundlichkeit
  • Geeignet für jegliche Lebensmittel
  • Anlegen der Handschuhe mit Puder etwas einfacher als ohne

Der Nitrilhandschuh ist resistent gegen Chemikalien, Viren, Bakterien, Mikroorganismen und bietet einen guten Schutz gegen Fette und Öle. 

Dies macht ihn vielseitig einsetzbar, wodurch er sich der tägliche Einsatz nicht nur auf medizinischen PSA beschränkt, sondern ebenfalls eine breite Anwendung über viele weitere Branchen hinweg stattfinden kann. 

Wo werden Nitrilhandschuhe eingesetzt?

Der nachfolgende Auszug gibt einen kleinen Querschnitt über Einsatzgebiete und Anforderungen gegenüber ihren Qualitätsmerkmalen:

  • Humanmedizin (Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Rettungsdienst), Tiermedizin sowie Alten und Krankenpflege 
    Hierbei muss vor allem auf die Erfüllung der europäischen Norm 455 (EN455)  geachtet werden. Diese ist entscheidend, ob ein Handschuh in der Medizin eingesetzt werden darf. In unserer Produktion ist diese Norm selbstverständlich Grundvoraussetzung und wird von all unseren Produkten mindestens erfüllt. Genauer gesagt erfüllen unsere Nitrilhandschuhe die Normen EN 455-1 / -2 / -3 / -4 sowie EN 374-1 / -2 / -5 / -5 und EN 420.
  • Lebensmittelindustrie und Gastronomie
    Im Gegensatz zu beiden Latex- & Vinylhandschuhen eignet sich der Nitrilhandschuh für eine Endanwendung, bei der Träger mit Fetten und Ölen arbeiten. Vor allem in der Lebensmittelbranche bietet dies einen enormen Vorteil. Latexhandschuhe sind leider nicht geeignet, um mit Ölen oder Fetten zu arbeiten, da diese brüchig werden und ihre Elastizität verlieren. Vinylhandschuhe, die aus PVC gefertigt sind können je nach Kontakt Weichmacher lösen, die im schlimmsten Fall zu gesundheitsschädlichen bzw. allergischen Reaktionen beim Verzehr der bearbeiteten Lebensmittel führen.
  • Chemielabore und Reinigungsarbeiten
    Weiterhin findet man den Nitrilhandschuh in Chemielaboren und bei Arbeiten, die einen alltäglichen Kontakt mit Chemikalien haben. Uns ist es natürlich ein sehr großes Anliegen, unsere Handschuhe aus hochwertigem Nitril ausgiebig zu testen. Unsere Nitrilhandschuhe sind beständig gegen viele Chemikalienspritzer und Desinfektions-/Reinigungsmittel (EN 374-1 / -2 / -5 / -5).
  • Kosmetik-, Tattoo- und Friseurstudio 
    Der Vorteil der Reißfestigkeit ist ein großer Faktor für den Einsatz in jeglichem kosmetischen Bereich für den Nitrilhandschuh. Der hohe Tragekomfort sowie ein erhöhter Schutz und die Akkuratesse durch das hohe Tastempfinden nach längerer Arbeitstätigkeit sind für diese Branchen sehr vorteilhaft. Ein primär visueller Industriezweig wird sich vermutlich zusätzlich auch über die Möglichkeit von farblichen Anpassungen an die individuelle Corporate Identity freuen.
Unsere Nitrilhandschuhe: Schutz und Komfort

Selbstverständlich nehmen wir die Qualitätskontrolle bei all unseren Produkten sehr ernst. Vor, während und nach der Produktion unserer Nitrilhandschuhe finden bei uns präzise Abfolgen statt, die für akkurate Produkte sorgen, an denen sich der Endanwender erfreuen kann. 

Selbstverständlich möchten wir Transparenz für Anwender schaffen, die jegliche Handschuhe tragen. Ohne unsere genauen Messinstrumente und Systeme können Anwender natürlich lediglich eine augenscheinliche Prüfung durchführen, die eine etwaige Qualität preisgibt. Grundsätzlich ist hierbei auf Folgendes zu achten:

  • Visuelle Kontrolle: Verfärbte Handschuhe weisen auf eine Anomalie hin & sollten nicht genutzt werden
  • Beschädigungen: Ein poröser Handschuh sollte nicht verwendet werden
  • Prüfung der Dichte des Handschuhes: Bei einem beschädigten Produkt tritt Luft (oder Wasser) aus

Rückfragen zu unseren medizinischen Produkten stehen wir natürlich jederzeit offen gegenüber.